
„Bis zu 120 km“ steht in fast jeder Produktbeschreibung – und kaum eine Zahl enttäuscht häufiger. Die E-Bike-Reichweite der Hersteller wird unter Idealbedingungen ermittelt; deine echte Reichweite hängt von Gewicht, Strecke, Wind und Unterstützungsstufe ab. Die gute Nachricht: Mit einer einfachen Rechnung lässt sie sich ziemlich genau abschätzen.
Hier zeigen wir, wie du die Wattstunden jedes Akkus berechnest, welcher Verbrauch pro Kilometer realistisch ist und wie weit du mit den Akkus aktueller Modelle von Amazon.de kommst.
| Modell | Ideal für | |
|---|---|---|
| ESKUTE C202 | Viel Akku für Pendler | Preis prüfen |
| HITWAY 28" | Lange Trekking-Strecken | Preis prüfen |
| DYU C9 | Klapprad mit großem Akku | Preis prüfen |
| ENGWE EP-2 3.0 Boost | Mittlerer Akku, schnelles Laden | Preis prüfen |
| Zündapp Z808 | E-MTB mit 540 Wh | Preis prüfen |
| EMotorad EMX+ | Fully mit kompaktem Akku | Preis prüfen |
Die Formel: Wh = V × Ah
Die Energiemenge eines Akkus wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Steht im Datenblatt nur Volt (V) und Amperestunden (Ah), multiplizierst du beide Werte:
- Wh = V × Ah. Beispiel: 48 V × 13,5 Ah = 648 Wh.
- Zweites Beispiel: 36 V × 13 Ah = 468 Wh.
- Vorsicht beim Ah-Vergleich: 36 V × 18 Ah ergeben ebenfalls 648 Wh – genauso viel Energie wie 48 V × 13,5 Ah. Vergleiche deshalb immer Wh, nie nur Ah.
Realistische Reichweite nach Akkugröße
| Modell | Akku | Wh | Realistische Reichweite* |
|---|---|---|---|
| EMotorad EMX+ / HillMiles MileCity 1 | 36 V · 13 Ah | 468 | 25–45 km |
| Zündapp Z808 | 15 Ah | 540 | 30–50 km |
| Zündapp Z810 / X850 | – | 550 | 30–55 km |
| ENGWE EP-2 3.0 Boost | 48 V · 13,5 Ah | 648 | 35–60 km |
| DYU C9 | 48 V · 15,6 Ah | 749 | 40–70 km |
| HITWAY 28" / ENGWE Engine Pro 2.0 | 768 Wh / 48 V · 16 Ah | 768 | 40–70 km |
| ESKUTE C202 | 48 V · 17,5 Ah | 840 | 45–80 km |
*Eigene Schätzung mit 10 bis 20 Wh/km im gemischten Stadt- und Landverkehr bei mittlerer Unterstützung. Keine Herstellerangabe; im Gelände oder mit höchster Stufe deutlich weniger.
Warum die Herstellerangaben so viel höher liegen? Für Werte wie „bis 130 km“ wird in der Regel mit der niedrigsten Stufe, einem leichten Fahrer, Windstille, glattem Asphalt und angenehmen 20 °C gerechnet. Ein einheitliches, verpflichtendes Messverfahren wie beim Auto gibt es für Pedelecs nicht. Deshalb sind diese Zahlen zwischen Marken kaum vergleichbar – die Wh-Angabe dagegen schon.
Beispielräder von 468 bis 840 Wh
Diese Modelle decken die gängigen Akkugrößen ab, damit du siehst, wie sich die Reichweite in der Praxis verschiebt.
1. ESKUTE C202
Für wen: Pendler, die nur einmal pro Woche laden wollen. Nicht ideal: wer schnell nachladen muss.
- City-E-Bike, 26 × 2,1 Zoll
- Herausnehmbarer Akku 48 V / 17,5 Ah (840 Wh), Ladezeit etwa 7 Stunden
- 7 Gänge, Unterstützung bis 25 km/h
- Für 160 bis 190 cm
- Größter Akku dieser Auswahl
- Herausnehmbar zum Laden in der Wohnung
- Rund 7 Stunden Ladezeit
2. HITWAY 28"
Für wen: Lange Strecken durch Stadt und Umland. Nicht ideal: steile Anstiege.
- Trekking-/City-Rad mit 28-Zoll-Laufrädern
- Herausnehmbarer Akku mit 768 Wh, Herstellerangabe 70 bis 120 km
- 250 W, 35 Nm
- Hydraulische Scheibenbremsen, 7 Gänge
- 28-Zoll-Laufräder verbrauchen weniger pro Kilometer als Fatreifen
- Hydraulische Bremsen
- 35 Nm an Steigungen
3. DYU C9
Für wen: Wer ein Klapprad mit viel Reichweite braucht. Nicht ideal: Personen unter 165 cm.
- Klapprad mit 20 × 3,0 Zoll Reifen
- Herausnehmbarer Akku 48 V / 15,6 Ah (749 Wh)
- 250 W, bis 25 km/h
- Federgabel und gefederte Sattelstütze, Hydraulikbremsen
- Viel Energie für ein Klapprad
- Doppelte Federung
- Beworbene Maximalreichweite sehr optimistisch
4. ENGWE EP-2 3.0 Boost
Für wen: Wer mittlere Distanzen fährt und gern schnell nachlädt. Nicht ideal: wer jeden Tag weite Strecken auf Asphalt fährt.
- Klappbares Fatbike, 20 Zoll
- Akku 48 V / 13,5 Ah (648 Wh)
- 75 Nm, kein Gasgriff
- Voll geladen in etwa 3,5 Stunden mit 4-A-Ladegerät
- Schnelles Laden
- Kräftiger Motor
- Fatreifen kosten Reichweite
5. Zündapp Z808
Für wen: Tourenfahrer im Mittelgebirge. Nicht ideal: wer Tagestouren über 60 km mit vielen Höhenmetern plant.
- E-MTB-Hardtail, 27,5 Zoll
- 540-Wh-Rahmenakku (15 Ah), Ladezeit 4 bis 6 Stunden
- 250 W, 50 Nm
- Shimano Deore 10 Gänge, Hydraulikbremsen
- Gute Balance aus Akku und Gewicht
- Überschaubare Ladezeit
- Herstellerangabe „15 bis 130 km“ als Planungsgröße unbrauchbar
6. EMotorad EMX+
Für wen: Kürzere Geländetouren. Nicht ideal: lange Touren mit viel Höhenmetern.
- E-MTB-Fully, 27,5 Zoll
- Herausnehmbarer Akku 36 V / 13 Ah (468 Wh), laut Hersteller bis 80 km
- Hydraulische Bremsen, Shimano 21 Gänge
- Herausnehmbarer Akku
- Im Gelände schmilzt die Reichweite schnell
Verbrauch pro Kilometer
Der Verbrauch wird in Wh pro Kilometer gemessen. Als Richtwerte:
- 8–12 Wh/km: flach, niedrige Stufe, leichter Fahrer, schmale Reifen – etwa am Elberadweg oder in Münster.
- 12–18 Wh/km: Stadt mit Ampeln und einzelnen Steigungen, mittlere Stufe.
- 18–25 Wh/km und mehr: Mittelgebirge, Fatbike, hohe Stufe, Gegenwind oder viel Gepäck.
Die Rechnung: Reichweite (km) ≈ Akku-Wh ÷ Verbrauch (Wh/km). Ein 768-Wh-Akku bei 15 Wh/km ergibt etwa 51 km. Zieh davon 10 bis 15 % Reserve ab: Niemand fährt den Akku bis zum letzten Watt leer, und die Kapazität sinkt mit den Jahren.
Arbeitsweg 14 km pro Richtung, also 28 km am Tag, leicht hügelig (15 Wh/km): 420 Wh pro Tag. Ein 540-Wh-Akku reicht für einen Arbeitstag mit Reserve, ein 840-Wh-Akku für zwei. Für eine ganze Woche ohne Laden bräuchtest du über 2.000 Wh – das schafft kein einzelner Pedelec-Akku.
Den eigenen Verbrauch messen
Am genauesten wird die Rechnung mit deinem eigenen Wert. Lade den Akku voll, fahr eine Woche lang deine üblichen Strecken in deiner üblichen Stufe und notiere die Kilometer, bis die Anzeige auf etwa 20 % steht. Teile die verbrauchten Wattstunden (rund 80 % der Akkukapazität) durch die gefahrenen Kilometer – fertig ist dein persönlicher Wh/km-Wert. Damit planst du künftig jede Tour und jede Ladepause realistisch. Viele Displays und Apps zeigen den Verbrauch inzwischen direkt an; der Prozentwert der Anzeige ist aber oft ungenau, besonders bei Kälte und kurz vor leerem Akku. Prüfe deshalb im Zweifel lieber zweimal, bevor du dich auf eine lange Strecke ohne Lademöglichkeit verlässt.
Was die Reichweite frisst
- Unterstützungsstufe: Faktor Nummer eins. Von Eco auf Turbo kann sich der Verbrauch verdoppeln.
- Höhenmeter: Bergauf kostet viel Energie, bergab kommt praktisch nichts zurück – E-Bikes rekuperieren in aller Regel nicht.
- Gesamtgewicht: Fahrer, Rucksack und Rad. Ein 31-kg-Fatbike verbraucht mehr als ein 22-kg-City-Rad.
- Reifen und Luftdruck: Breite oder zu weiche Reifen erhöhen den Rollwiderstand.
- Anfahren: Jede Ampel ist eine Verbrauchsspitze. In einem leichten Gang anfahren.
- Kälte: Unter 5 bis 10 °C liefert der Akku vorübergehend weniger – im deutschen Winter sind 20 bis 30 % weniger Reichweite keine Seltenheit.
- Gegenwind: Ab etwa 20 km/h steigt der Verbrauch bei Gegenwind deutlich – wer an der Küste oder in Norddeutschland fährt, kennt das.
So hält der Akku länger
Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit Ladezyklen und Alter an Kapazität. So bremst du das:
- Nicht tagelang bei 0 % oder 100 % stehen lassen; zum Einlagern 40 bis 70 % Ladung.
- Bei Zimmertemperatur laden, nie direkt aus der Kälte oder der prallen Sonne.
- Nur das Originalladegerät verwenden. Schnellladen (wie mit dem 4-A-Lader der EP-2 3.0 Boost) ist bequem, aber nicht täglich nötig.
- Im Winter den Akku in der Wohnung lagern, nicht in Garage oder Keller bei Frost.
Ein Ersatzakku für Versand-E-Bikes ist oft schwer zu bekommen und teuer – Pflege spart hier bares Geld. Wenn du noch auf der Suche bist: Lege zuerst deine Wochenkilometer fest und wähle dann den Akku. Passende Modelle findest du im City- und Trekking-Vergleich und bei den E-Klapprädern.
Weiterlesen
Die besten City- und Trekking-E-Bikes →Die besten E-Klappräder →E-Bike Kaufberatung 2026 →Häufige Fragen
Wie berechne ich die Wh eines E-Bike-Akkus?
Volt mal Amperestunden: Wh = V × Ah. Ein Akku mit 48 V und 15,6 Ah hat also 749 Wh.
Wie viele Kilometer schafft ein 500-Wh-Akku?
Bei 10 bis 20 Wh pro Kilometer etwa 25 bis 50 km. Flach, leicht und mit niedriger Stufe sind es mehr, im Gebirge oder im Winter weniger.
Warum erreiche ich die angegebene Reichweite nicht?
Herstellerwerte gelten meist für niedrigste Stufe, flache Strecke, leichten Fahrer und ideale Temperatur. Im Alltag mit mittlerer Unterstützung kommt man oft nur auf die Hälfte oder etwas mehr.
Ist ein 36-V- oder ein 48-V-Akku besser?
Bei gleicher Wh-Zahl speichern beide gleich viel Energie. 48-V-Systeme liefern die Kraft beim Anfahren und am Berg oft etwas spritziger, die Reichweite bestimmen aber die Wh.
Wie lange hält ein E-Bike-Akku?
Das hängt von Nutzung und Pflege ab; die Kapazität sinkt schrittweise mit den Ladezyklen. Teilladungen, Lagerung bei 40 bis 70 % und keine extremen Temperaturen verlängern die Lebensdauer.
Lädt der Akku bergab wieder auf?
Bei fast allen E-Bikes nicht. Nur sehr wenige Modelle rekuperieren, und der Effekt ist gering.